Milch Marker Index Fakten

Der Milch Marker Index liegt im Stichmonat Oktober 2025 bei 117. Die Milcherzeugungskosten sind gegenüber Juli 2025 leicht um 0,20 Cent je Kilogramm auf 53,73 Cent gestiegen. Kostentreiber waren erneut höhere Aufwendungen für die Unterhaltung von Gebäuden und Maschinen; entlastend wirkte dagegen der Rückgang der Futterkosten.

Trotz des nur moderaten Kostenanstiegs hat sich die Lage spürbar verschärft: 7 Prozent der Erzeugungskosten konnten nicht mehr gedeckt werden, weil die Auszahlungspreise im selben Zeitraum deutlich um 3,43 Cent auf 49,94 Cent je Kilogramm fielen. Damit rutscht die Milcherzeugung insgesamt wieder in die Unterdeckung.

Regional zeigten sich im Oktober klare Unterschiede: Im Norden sanken die Milcherzeugungskosten um 0,39 Cent auf 46,36 Cent – dadurch blieb die Kostendeckung trotz des stärksten Preisrückgangs (–4,77 Cent auf 48,06 Cent) gerade noch gewährleistet. Im Osten verschärfte der Kostenanstieg um 1,18 Cent (+2,32 %) auf 52,07 Cent, die Unterdeckung, während die Auszahlungspreise um 3,92 Cent (–7,27 %) auf 50,03 Cent nachgaben. Unterm Strich fehlten 2,04 Cent je Kilogramm zur Kostendeckung.

In der Region Süd lagen die Auszahlungspreise trotz eines Rückgangs um 1,44 Cent mit 52,27 Cent zwar weiterhin am höchsten, die Kostenseite blieb jedoch deutlich im Nachteil: Bei 62,44 Cent Milcherzeugungskosten ist die Kostendeckung nach wie vor weit entfernt. Ausschlaggebend sind vor allem die regional bedingt höheren Arbeitskosten der nicht entlohnten Familienarbeitskräfte; Betriebsmittel- und allgemeine Betriebskosten liegen dagegen ungefähr zwischen Ost und Nord. Das heißt: Süddeutsche Betriebe sind trotz hoher Milchpreise weiterhin deutlich von einer fairen Entlohnung ihrer Arbeit entfernt – der hohe Arbeitsaufwand wird nicht ausreichend vergütet, sodass sie mit einem geringeren Einkommen aus der Milchproduktion auskommen müssen.

Kurz notiert

Gutachtenerstellung beauftragt

Das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) wurde von der MEG Milch Board w. V. mit der Erstellung des Gutachtens sowie der Berechnung des MMI beauftragt.

Weitere Wissenschaftler haben sich an dem Projekt beteiligt. Die zutreffende Systematik und Methodik der Kostenberechnungen ist von unabhängiger Expertenseite zustimmend kommentiert worden. 


Auf einen Klick

Ausführliche Informationen dazu auch im aktuellen Gutachten, welches Sie hier als  PDF Dokument laden können.

Das Erstgutachten aus dem Jahr 2013 kann in der Göttinger Geschäftsstelle angefragt werden.

Karte Erzeugungskosten

Milch Marker Index MMI

Berechnungsstand: Oktober 2025 / Veröffentlichung: 15.01.2026

Quelle: Trendberechnung BAL auf Basis von Daten Destatis und INLB
 

* Stichmonate vorläufiger Trend, alle Angaben ohne MwSt., ab 2024 Hochrechnung auf Basis INLB 2023 (vorläufig) und Destatis, zuvor Berechnungsbasis INLB 2010 bis 2022.

** alle Milchpreise bei 4,0 % Fett u. 3,4 % Eiweiß, Quellen: Preise für angelieferte Rohmilch und Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch. In: Statistisches Jahrbuch und Statistische Monatsberichte BMEL, verschiedene Jahrgänge, www.bmelv-statistik.de, Hrsg. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Preis-Kosten-Ratio (Unterdeckung)

Berechnungsstand: Juli 2025 / Veröffentlichung: 15.10.2025

 

Quelle Grafiken und Tabellen:
Trendberechnung BAL auf Basis von Daten Destatis und INLB


 

MILCH & MARKT

„Im Oktober 2025 sind die Milcherzeugungskosten auf unseren Höfen zwar nur geringfügig gestiegen, bei jedoch gleichzeitig ruinös abstürzenden Milchauszahlungspreisen“, beschreibt der Vorstandsvorsitzende der MEG Milch Board Frank Lenz die krisenhafte Lage. Der sich daraus ergebenden Unterdeckung der Kosten von 7 Prozent sind die Milcherzeugerinnen und -erzeuger hilflos ausgesetzt, weil es keinen rechtlichen Rahmen und keinen vertraglichen Schutz gibt, der das verhindern könnte. Sollte der Milchpreis den Prognosen des Instituts für Ernährung und Ernährungswirtschaft (ife) folgen und Richtung 40 Cent fallen, könnte sich bei gleichbleibenden Kosten eine Unterdeckung von 26 Prozent ergeben.“

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