Milch Marker Index Fakten

Der Milch Marker Index (MMI) für Deutschland sank im Vergleich zum Oktober 2018 zum Januar 2019 von 104 auf 103. Im letzten Quartal gingen die Milcherzeugungskosten also nur geringfügig um 0,14 Cent von 42,92 auf 42,78 Cent pro Kilogramm Milch zurück. Da die Molkereien ihre Auszahlungspreise für die Milch durchschnittlich um mehr als einen Cent von 36,41 auf 35,15 Cent und damit deutlich stärker als die Milcherzeugungskosten senkten, verschlechterte sich das Preis-Kosten-Verhältnis. Die Unterdeckung vergrößerte sich im Vergleich zum vierten Quartal 2018 von 15 auf 18 Prozent, damit fehlen 7,63 Cent pro Kilogramm zur Kostendeckung.

In allen drei Regionen - Nord, Süd und Ost - war das Niveau der Milcherzeugungskosten seit Oktober 2018 relativ unverändert. Im Süden stiegen die Erzeugungskosten insgesamt zwar um 0,82 Cent pro Kilogramm Milch, dies wurde aber durch um 0,5 Cent verbesserte Rindererlöse fast ausgeglichen. Durch den nur geringfügigen Abfall der Milchauszahlungspreise um 0,32 Cent blieb das Preis-Kosten-Verhältnis hier in den letzten drei Monaten gleich. In der Region Nord sanken die Milchauszahlungspreise im letzten Vierteljahr um ganze 2,03 Cent und in der Region Ost um 1,26 Cent. Wieder einmal sind es damit vor allem die sinkenden Milchauszahlungspreise, die in den Regionen Nord und Ost zu einer Verschlechterung der Preis-Kosten-Ratio und der Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung führten.

Kurz notiert

Gutachtenerstellung beauftragt

Das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) wurde von der MEG Milch Board w. V. mit der Erstellung des Gutachtens sowie der Berechnung des MMI beauftragt.

Weitere Wissenschaftler haben sich an dem Projekt beteiligt. Die zutreffende Systematik und Methodik der Kostenberechnungen ist von unabhängiger Expertenseite zustimmend kommentiert worden. 


Auf einen Klick

Ausführliche Informationen dazu auch im aktuellen Gutachten, welches Sie hier als PDF Dokument laden können.

Das Erstgutachten aus dem Jahr 2013 kann in der Göttinger Geschäftsstelle angefragt werden.

Karte Erzeugungskosten

Milch Marker Index MMI

Datum der Veröffentlichung: 15.04.2019

Quelle: Trendberechnung BAL auf Basis von Daten Destatis und INLB
 

* Quartalswerte vorläufiger Trend, alle Angaben ohne MwSt., Berechnungsbasis INLB 2010 bis 2016 (2016 vorläufig), ab 2017 Hochrechnung Basis INLB und Destatis

** alle Milchpreise bei 4,0 % Fett u. 3,4 % Eiweiß, Quellen: Preise für angelieferte Rohmilch und Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch. In: Statistisches Jahrbuch und Statistische Monatsberichte BMEL, verschiedene Jahrgänge, www.bmelv-statistik.de, Hrsg. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Preis-Kosten-Ratio (Unterdeckung)

Datum der Veröffentlichung: 15.04.2019

Quelle Grafiken und Tabellen:
Trendberechnung BAL auf Basis von Daten Destatis und INLB


 

MILCH & MARKT

„Steigt er oder steigt er nicht?“ Diese Frage stellen sich aktuell viele Beobachter in Bezug auf den Milchpreis. Nach dem Hitzesommer sank die Milchanlieferung im letzten Quartal 2018 unter die Vorjahreslinie, die Kuhbestände erreichten einen neuen Tiefststand. Die Milchpreise erholten sich infolgedessen bis Dezember 2018 kontinuierlich, gaben dann im Januar geringfügig nach und bewegen sich seitdem seitwärts. Was wir aktuell sehen sind für die Jahreszeit relativ hohe Spotmilchpreise, niedrige Lagerbestände der wichtigen Milchverarbeitungsprodukte, eine relative Stärke des Milchfettes, immer noch niedrige Kuhbestände, geringe Futtervorräte auf den Betrieben und eine stabile Nachfrage seitens der Exportmärkte.
Hier lesen Sie weiter…