Milch Marker Index Fakten
Der Milch-Marker-Index (MMI) lag im April 2026 bei 116 Punkten (2020 = 100) und damit über dem Wert des vorherigen Stichmonats Januar (114).
Während die Milcherzeugungskosten von Januar bis April 2026 lediglich um 0,54 Cent auf 53,12 Cent je Kilogramm Milch stiegen, sanken die Milchauszahlungspreise mit 1,14 Cent mehr als doppelt so stark auf durchschnittlich nur noch 38,29 Cent je Kilogramm. Die Schere zwischen Kosten und Erlösen öffnete sich damit weiter: Die Unterdeckung der Milcherzeugungskosten stieg auf 28 Prozent.
Wie deutlich sich die Wirtschaftlichkeit verschlechtert hat, zeigt der Vergleich mit dem Wirtschaftsjahr 2025. Damals lagen die Milcherzeugungskosten mit 54,78 Cent je Kilogramm sogar leicht über dem aktuellen Niveau. Die Milchauszahlungspreise waren jedoch um 13,95 Cent je Kilogramm höher als heute. Entsprechend betrug die Unterdeckung damals lediglich 5 Prozent.
Von kostendeckenden Milchpreisen und einem angemessenen Einkommen sind die Milchviehbetriebe in allen Regionen Deutschlands weiterhin weit entfernt. Die Unterdeckung der Milcherzeugungskosten lag in der Region Nord bei 18 Prozent, in der Region Ost bei 26 Prozent und in der Region Süd bei 37 Prozent. Besonders dramatisch ist die Lage in der Region Süd: Dort sind die Milcherzeugungskosten mit 61,56 Cent je Kilogramm bundesweit am höchsten. Gleichzeitig brach der Milchauszahlungspreis gegenüber Januar um 3,49 Cent auf nur noch 39,08 Cent je Kilogramm ein. Trotz des im Bundesvergleich höchsten Milchpreises – er lag lediglich rund 1,25 Cent über dem der übrigen Regionen – konnten die deutlich höheren Erzeugungskosten bei Weitem nicht gedeckt werden.
Kurz notiert
Gutachtenerstellung beauftragt
Das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) wurde von der MEG Milch Board w. V. mit der Erstellung des Gutachtens sowie der Berechnung des MMI beauftragt.
Weitere Wissenschaftler haben sich an dem Projekt beteiligt. Die zutreffende Systematik und Methodik der Kostenberechnungen ist von unabhängiger Expertenseite zustimmend kommentiert worden.
Auf einen Klick
Ausführliche Informationen dazu auch im aktuellen Gutachten, welches Sie hier als PDF Dokument laden können.
Das Erstgutachten aus dem Jahr 2013 kann in der Göttinger Geschäftsstelle angefragt werden.