Milch Marker Index Fakten

Die Biomilcherzeugungskosten in Deutschland lagen im Wirtschaftsjahr 2018/19 bei 60,29 Cent pro Kilogramm. Seit dem Wirtschaftsjahr 2015/16 (Basis = 100) gingen die Erzeugungskosten um 10 Punkte auf einen Index von 90 zurück. Der höchste Kostenstand ergab sich 2014/15 mit 104 Indexpunkten. Neben dem allgemeinen Betriebs- und Materialaufwand haben die Biomilchviehbetriebe die höchsten Ausgaben bei den Abschreibungen, dem zugekauften Futter, Energie sowie der Unterhaltung von Gebäuden und Maschinen.

Insgesamt machten die Kosten für Betriebsmittel und den allgemeinen Betriebsaufwand für die Milcherzeugung und Rinderhaltung im Jahr 2018/2019 58,11 Cent pro Kilogramm ökologisch erzeugter Milch aus. Nach Abzug der Rindererlöse als Einnahmen bleiben für die Milcherzeugung zahlungswirksam gewordene Kosten von 49,21 Cent. Zusammen mit dem Einkommensansatz ergaben sich zunächst 71,89 Cent Gesamterzeugungskosten pro Kilogramm. Der anhand der in Deutschland üblichen landwirtschaftlichen Tarife ermittelte Einkommensansatz für die Arbeitskosten der selbstständigen Biomilcherzeuger/innen liegt aktuell bei 22,68 Cent. Nach Abzug der Betriebseinnahmen aus den Beihilfen ergaben sich 60,29 Cent pro Kilogramm erzeugter Biomilch. Die Einnahmen aus den Direktzahlungen und Zuschüssen (ohne sonstige Zahlungen aus den Agrarumweltmaßnahmen, aber mit der Bioprämie) betrugen 11,60 Cent pro Kilogramm. Der Biomilchauszahlungspreis lag 2018/19 bei 47,40 Cent. Ohne die Beihilfen konnten auch die Biomilcherzeugungsbetriebe im Jahr 2018/19 kein angemessenes Einkommen - geschweige denn darüber hinaus gehende Gewinne - erwirtschaften. Der aktuelle Biomilchpreis deckt nur 79 Prozent der Erzeugungskosten.

Im Schnitt der letzten fünf Jahre lagen die Erzeugungskosten bei 64,16 Cent pro Kilogramm und die Unterdeckung bei 25 Prozent.

Studie Erzeugungskosten Biomilch

Poster BIO-MMI

Milch Marker Index BIO-MMI

Datum der Veröffentlichung: 27.11.2019

Preis-Kosten-Ratio (Unterdeckung)

Datum der Veröffentlichung: 27.11.2019

Quelle für alle Grafiken und Tabellen:
Trendberechnung BAL auf Basis von Daten Destatis, BMEL Testbetriebsnetz und AMI

MILCH & MARKT

Der Biomilchmarkt ist in aller Munde, trotzdem ist seine Größe im Vergleich zur Gesamtmilchmenge in Deutschland immer noch überschaubar (2019: 7,2 Prozent). Während der konventionelle Milchmarkt seit dem Quotenende starken Schwankungen unterliegt, halten sich die Biomilchpreise stabil auf einem Niveau. Schon seit längerem bewegt sich der konventionelle Markt im Krisenmodus, und eine Deckung der Milcherzeugungskosten liegt in weiter Ferne. Im Gegensatz dazu wird der Biomilchmarkt von vielen Beobachtern oft als Insel der Glückseligen betrachtet. Übersehen wird dabei, dass die Biomilcherzeugung bei Weitem kein Selbstläufer ist, sondern von den Biobauern/bäuerinnen hohe Standards gefordert werden, welche die Produktion aufwendig und kostenintensiv gestalten. Der Bio-MMI belegt dies nun mit Zahlen!

Nach Jahren des Wachstums stellt sich nun die Frage wohin die Reise am Biomilchmarkt geht. Auch bei konventioneller Milch hat ein starker Differenzierungsprozess eingesetzt. Weidemilch, Gentechnikfreiheit und verschiede Tierwohllabels verwischen die Grenzen immer mehr. An der Kühltheke ist der Kampf um die Gunst der Verbraucher/innen voll entbrannt. Hier lesen Sie weiter...