Eine klare Aufgabe

Die MEG Milch Board w. V. ist ein wirtschaftlicher Verein (w. V.). In Erfüllung seiner zentralen Satzungsaufgabe lässt er regelmäßig Gutachten erstellen lassen, die die tatsächlichen und aktuellen Milcherzeugungskosten in der konventionellen und ökologischen Milcherzeugung unter Einbeziehung eines angemessenen Einkommensansatzes darstellen.

Wirtschaftliche Vermarktung

Die Expertisen zeigen, was bei der Vermarktung von ökologisch oder konventionell erzeugter Milch mindestens erlöst werden muss, damit alle Kosten der Erzeugung gedeckt sind und den LandwirtInnen und ihren Familien ein gutes Einkommen gesichert ist.

Nachgerechnet 

Das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) wurde von der MEG Milch Board w. V. und dem European Milk Board (EMB) mit der Erstellung der Gutachtens sowie der Berechnung des MMI beauftragt. Am Bio-MMI ist auch der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) beteiligt. Weitere Wissenschaftler haben sich an dem Projekt beteiligt. Die zutreffende Systematik und Methodik der Kostenberechnungen ist von unabhängiger Expertenseite zustimmend kommentiert worden.

Die Gutachtenbasis beruht auf Daten des InformationsNetzes Landwirtschaftlicher Buchführungen (INLB) der Europäischen Kommission sowie für die Biomilcherzeugung auf den Daten zur wirtschaftlichen Lage landwirtschaftlicher Betriebe (Testbetriebe) des Bundeministeriums für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL).

Diese Daten spiegeln jene Zahlen wider, die von der Kommission und dem BMEL zum Zwecke politischer Entscheidungen erhoben werden. Sie sind amtlich und rechtlich anerkannt. Die aktuellsten Berechnungen für die durchschnittlichen Milcherzeugungskosten in Deutschland beruhen auf den EU-Daten von 2018 (vorläufiger Stand) und die für die Bio-Milcherzeugungskosten auf den Testbetriebsdaten der Wirtschafsjahre 2011/12 bis 2018/19.

Die Berechnungen für 2018 und den vierteljährlich erscheinenden MMI für 2019 sowie den Bio-MMI sind Prognosen und werden mit Hilfe eines erprobten Hochrechnungsverfahrens ermittelt. Zur Hochrechnung werden zusätzlich Preisentwicklungsdaten des Statistischen Bundesamtes und der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) verwendet.

Die Erhebungen des INLB basieren auf einer geschichteten Auswahl, in der ausschließlich landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe und auch Personengesellschaften Eingang finden. Die Daten ökologischer Milchviehbetriebe sind darin zwar auch enthalten, aber nicht identifizierbar und unterrepräsentiert. Zudem werden Betriebe erst ab einer bestimmten wirtschaftlichen Mindestgröße, die nach Europäischen Größeneinheiten (EGE) differenziert wird, in die Stichprobe einbezogen. 

Nach dem 2018 veröffentlichten EU-Dairy Farms Report wurden in der INLB-Stichprobe für das Jahr 2016 insgesamt 94 Prozent der spezialisierten Milchviehbetriebe abgedeckt. Die auf der Basis der INLB-Daten vorgelegten Berechnungsergebnisse beziehen sich auf den Durchschnitt aller Milcherzeugungsbetriebe in Deutschland. In diesen Datenbestand fließen für Deutschland überwiegend die Daten von Milchviehbetrieben aus den drei Betriebsgrößenklassen (4) 50.000 – <100.000 EUR Standardoutput, (5) 100.000 – <500.000 EUR Standardoutput und (6) ≥500.000 EUR Standardoutput ein.

Über die BMEL Buchführungsergebnisse für die ökologischen Haupterwerbsbetriebe der Betriebsform Milch wurden im Wirtschaftsjahr 2018/19 die Wirtschaftsdaten von 237 Bio-Milchviehbetrieben erfasst. Diese repräsentieren die wirtschaftliche Lage von 5.234 ökologischen Milchviehbetrieben. Im Wirtschaftsjahr 2018/19 lag die Betriebsgröße der erfassten Biomilchviehbetriebe nach Standardoutput bei 151.600 Euro.