Lenz führt das auf die vielfältigere Molkereistruktur mit einem höheren Anteil an Privatmolkereien in Bayern und Baden-Württemberg zurück. Diese Molkereien setzen auf höherwertige Produkte, die sie durchaus auch weltweit absetzen. „Wenn wir im Osten und Norden, wo die großen Genossenschaftsmolkereien mit niedriger Wertschöpfung dominieren, höhere Milchpreise erzielen, dann ist das auf die Entwicklungen am Exportmarkt zurückzuführen, wenn auch die Preise für Produkte mit niedriger Wertschöpfung anziehen“, konstatiert Lenz.

 

Daraus lässt sich seiner Meinung nach ableiten, dass vertragsgebundene Vermarktung der richtige Weg zu höheren Preisen ist. „Wir Bauern sollten uns mehr zutrauen als nur wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren. Wir wollen nicht länger auf das Milchgeld warten, das uns die Molkerei zugesteht, sondern selbst Preise verhandeln. Das heißt die Chancen, die die Umsetzung des Art. 148 GMO bietet, nutzen. Das funktioniert nur in starken Milcherzeugergemeinschaften. Holen wir uns also das Genossenschaftsprinzip zurück!“