Lenz fährt fort: „Der Preiskrieg des Handels um die Marktführerschaft wird auf Kosten der Bäuerinnen und Bauern ausgetragen. Das Preisdiktat des Handels geben die Molkereien als ruinöse Dumpingmilchpreise offensichtlich ohne großen Widerstand wie gehabt an die Erzeugerinnen und Erzeuger weiter. Gleichzeitig profitieren sie doppelt: Sinkende Milcheinkaufspreise als größter Kostenfaktor und steigende Milchmengen senken die Stückkosten in der Verarbeitung erheblich – ein Effekt, den die Molkereien bei dieser Gelegenheit selbstverständlich mitnehmen. In der Summe fügt sich dieses Vorgehen nahtlos in die Exportstrategie von Minister Rainer ein, denn mit fairen Erzeugerpreisen und hohen Umweltstandards ist am Weltmarkt nichts zu holen.“

Durch das aktuelle System der nachträglichen Preisfestsetzung, das nur dem Handel und den Molkereien dient und nützt, können keine betriebswirtschaftlich verlässlichen und gewinnbringenden Preise für die Milcherzeuger erreicht werden. Dieses System lässt sich nach Ansicht von Lenz nur durchbrechen mit einer Umsetzung von Art. 148 – um sich durch Verträge mit den Molkereien vor Preisdiktaten durch den Handel und die Lebensmittelindustrie schützen zu können – und im Krisenfall durch den kurzfristigen Einsatz der bereits vorhandenen Marktkriseninstrumente mit freiwilligem Lieferverzicht gemäß GMO „Deshalb ist es richtig und wichtig, dass die Bäuerinnen und Bauern demonstrieren und für ihre Höfe kämpfen.“