Milch Marker Index Fakten

Die Berechnungen des Milch Marker Index der MEG Milch Board reichen zurück bis ins Jahr 2009. Die aktuellen Ergebnisse des MMI für den Bezugszeitraum Juli 2016 sind aus Sicht der Milcherzeuger katastrophal. Da die Milchauszahlungspreise im Bundesdurchschnitt bis zum Juli deutlich fielen (um minus 1,4 Cent auf 24,40 Cent pro Kilogramm), erreichte das Verhältnis zwischen Kosten und Erlösen eine Unterdeckung von 46 Prozent und vermutlich ihr Allzeittief.

Die Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung ist auf ein dramatisches Niveau ohne Arbeitseinkommen gesunken, wo zudem auch keine Abschreibungen mehr bedient werden können. Die erneute Verschlechterung der Preis-Kosten-Ratio traf alle Regionen (Nord, Süd, Ost). Am stärksten aber war Ostdeutschland betroffen. In dieser Region gaben die Milchauszahlungspreise um 1,93 Cent (Durchschnitt 23,98 Cent) nach. Im Süden fielen sie um 1,52 Cent (Durchschnitt 26,26 Cent), im Norden um 1,3 Cent (Durchschnitt 22,94 Cent) je Kilogramm Milch.

Auch die Kostenseite drückte das Ergebnis der Preis-Kosten-Ratio. Der MMI vom Juli 2016 liegt bei 108. Gegenüber dem vorhergehenden Berechnungsstand vom April sind die Milcherzeugungskosten damit wieder leicht angestiegen. Verursacht wurde dies aber vor allem durch rückläufige Rindererlöse (z. B. Verkauf von Rindern und Kälbern), die als zwangläufige Kuppelprodukte von den Milcherzeugungskosten abgezogen werden. 

Kurz notiert

Gutachtenerstellung beauftragt

Das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) wurde von der MEG Milch Board w. V. mit der Erstellung des Gutachtens sowie der Berechnung des MMI beauftragt.

Weitere Wissenschaftler haben sich an dem Projekt beteiligt. Die zutreffende Systematik und Methodik der Kostenberechnungen ist von unabhängiger Expertenseite zustimmend kommentiert worden. 


Auf einen Klick

Ausführliche Informationen dazu auch im aktuellen Gutachten, welches Sie hier als PDF Dokument laden können.

Das Erstgutachten aus dem Jahr 2013 kann in der Göttinger Geschäftsstelle angefragt werden.

Karte Erzeugungskosten

 

 

Milch Marker Index MMI

Diagramm

Tabelle

* Quartalswerte vorläufig, alle Angaben ohne MwSt., ab 2013 aktualisierte Berechnungsbasis INLB 2013 (zuvor INLB 2012 bzw. 2010)

** alle Milchpreise bei 4 % Fett u. 3,4 % Eiweiß, Quellen: Preise für angelieferte Rohmilch und Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch. In: Statistisches Jahrbuch und Statistische Monatsberichte BMEL, verschiedene Jahrgänge, www.bmelv-statistik.de, Hrsg. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Preis-Kosten-Ratio (Unterdeckung)

Quelle Grafiken und Tabellen:
Trendberechnung BAL auf Basis von Daten Destatis und INLB

 

 

MILCH & MARKT

Zwischen den katastrophalen Zahlen vom Juli liegen jetzt drei Monate, und der Markt hat von einem Anbieter- in einen Käufermarkt gedreht. Die Spotmilchpreise steigen rasant. Was hat die Wende ausgelöst? Eine gesteigerte Nachfrage ist bisher nicht zu vermerken. Der Exportmarkt brummt schon seit Monaten. 2016 wird wahrscheinlich diesbezüglich in die Annalen eingehen.

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