Milch Marker Index Fakten

Der aktuelle MMI liegt bei 98 Punkten. Die Milcherzeugungskosten von 40,98 Cent pro Kilogramm sind im Juli 2017 unter das Niveau von 2010 gesunken. Dabei haben sich die Gesamterzeugungskosten im Vergleich zum zweiten Quartal 2017 um rund einen Cent pro Kilogramm vermindert, und der MMI ging dementsprechend um drei Prozentpunkte zurück. Die um mehr als 3 Cent pro Kilogramm höhere Vergütung der Milch durch die Molkereien führte dazu, dass die Unterdeckung der Kosten seit April 2017 um ganze 10 Prozent zurückging. Dennoch wurden für den Durchschnitt der Milchviehbetriebe auch im Juli 2017 nicht die gesamten Kosten, sondern nur 91 Prozent durch die Milchauszahlungspreise gedeckt. Die Milcherzeugungskosten gingen in allen drei Regionen zurück, wobei dies vor allem durch weiter gefallene Ausgaben für Energie und - saisonal bedingt - auch durch reduzierte Kosten für zugekauftes Futter erklärt werden kann. In den nord- und ostdeutschen Regionen wurde nach den zwei Jahren mit Tiefstpreisen erstmalig wieder eine Kostendeckung erreicht. Auf der Seite der Erlöse profitierten die ostdeutschen Betriebe am stärksten mit einem Milchauszahlungspreis von immerhin 37,9 Cent pro Kilogramm Milch. Hierfür sind vermutlich die überdurchschnittlich zurückgegangenen Anlieferungsmengen an die Molkereien 2016 und 2017 verantwortlich.

In Bezug auf die aktuellen Ergebnisse ist davon auszugehen, dass sich die Kosten im Jahr 2017 nicht auf dem niedrigen Niveau halten werden. Denn die Milchviehbetriebe müssen angesichts der verbesserten Preislage dringend versäumte Ausgaben und Investitionen nachholen. Die Effekte werden sich aber erst zeigen, wenn die Buchführungsdaten für diese Jahre vorliegen. Aktuell fließen in die Untersuchung noch die Ausgaben für Abschreibungen, Zinsen und Löhne ein, die mitten in der Erzeuger-Preis-Krise galten. Für die Kostenpositionen gibt es aus statistischen Gründen keine Trendanalyse.

Kurz notiert

Gutachtenerstellung beauftragt

Das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) wurde von der MEG Milch Board w. V. mit der Erstellung des Gutachtens sowie der Berechnung des MMI beauftragt.

Weitere Wissenschaftler haben sich an dem Projekt beteiligt. Die zutreffende Systematik und Methodik der Kostenberechnungen ist von unabhängiger Expertenseite zustimmend kommentiert worden. 


Auf einen Klick

Ausführliche Informationen dazu auch im aktuellen Gutachten, welches Sie hier als PDF Dokument laden können.

Das Erstgutachten aus dem Jahr 2013 kann in der Göttinger Geschäftsstelle angefragt werden.

Karte Erzeugungskosten

 

 

Milch Marker Index MMI

Datum der Veröffentlichung: 15.10.2017

Diagramm

Quelle: Trendberechnung BAL auf Basis von Daten Destatis und INLB

Tabelle

* Quartalswerte vorläufig, alle Angaben ohne MwSt., ab 2014 aktualisierte Berechnungsbasis INLB 2014 u. 2015 (vorläufig), zuvor INLB 2013, 2012 bzw. 2010,Hochrechnung 2016 u. 2017 aktualisiert auf Basis INLB 2015

** alle Milchpreise bei 4 % Fett u. 3,4 % Eiweiß, Quellen: Preise für angelieferte Rohmilch und Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch. In: Statistisches Jahrbuchund Statistische Monatsberichte BMEL, verschiedene Jahrgänge, www.bmelv-statistik.de, Hrsg. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Preis-Kosten-Ratio (Unterdeckung)

Datum der Veröffentlichung: 15.10.2017

Quelle Grafiken und Tabellen:
Trendberechnung BAL auf Basis von Daten Destatis und INLB

 

 

MILCH & MARKT

Nachdem sich der Milchmarkt in den zurückliegenden Monaten weiter positiv entwickelt hat, wurde die 40 Cent-Marke im September bei den ersten Molkereien geknackt. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser positive Trend im vierten Quartal 2017 flächendeckend auf den Milchgeldabrechnungen wiederfinden wird. Was wir gesehen haben war aber keine Milch-, sondern eine Milchfettrallye! Ein verändertes Verbraucherverhalten hin zu fetthaltigeren Milchprodukten traf Anfang des Jahres auf ein rückläufiges Milchaufkommen in den wichtigsten europäischen Erzeugungsländern.

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