Milch Marker Index Fakten

 

Mit einem Stand von 100 liegt der Milch Marker Index nach dem aktuellen Berechnungsergebnis zum Stand Januar 2018 um ein Prozent über dem Vorjahresniveau 2017 und über dem letzten Vierteljahreswert zum Stichmonat Oktober 2017. Von Oktober 2017 bis Januar 2018 sind die Milcherzeugungskosten um 0,51 Cent auf 41,81 Cent gestiegen, im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2017 lagen sie um 0,69 Cent höher. Auf der Kostenseite gab es weder im letzten Quartal noch im letzten Jahr nennenswerte Veränderungen, was bei dem recht stabilen Preisniveau bei den Einkaufspreisen für die landwirtschaftlichen Betriebsmittel auch nicht verwundert.

Zu bedenken ist bei diesen Ergebnissen aber, dass die aktuelle Trendanalyse auf Grund der Datenlage weiterhin nur die Kostenentwicklung für die eingekauften Waren wie Saatgut, Dünger, Pflanzenschutzmittel, Milchviehfutter sowie für Energie und Instandhaltung von Gebäuden und Maschinen berücksichtigt. Für alle anderen betrieblichen Aufwendungen fließt weiterhin der Kostenstand des Milchkrisenjahres 2015 in die Berechnungen ein. In diesem Jahr haben Erzeugungsbetriebe ihre Ausgaben ungewöhnlich stark drosseln müssen und nicht mehr investiert. Demnach sind die Kosten bereits auf niedrigstem Niveau, Einkommen und wirtschaftliche Lage der Erzeuger sind mehr als zuvor von den Preisentwicklungen auf den Milchmärkten abhängig.

Auf der Erlösseite rutschten die Preise von Oktober 2017 bis Januar 2018 im Durchschnitt jedoch schon wieder um 3,6 Cent von 40,35 Cent auf 36,75 Cent, woraufhin die Preis-Kosten-Ratio wieder von 0,98 auf 0,88 auseinanderging. In Folge vergrößerte sich die Unterdeckung der Milcherzeugungskosten im Vergleich zum vorherigen Vierteljahresergebnis um ganze zehn Prozent. Somit deckt der Milchauszahlungspreis zwölf Prozent der Erzeugungskosten nicht ab. Der Preisrutsch traf dabei insbesondere Milchviehbetriebe im Norden und Osten (-5,01 Cent bzw. -4,79 Cent pro Kilogramm), im Süden fielen die Auszahlungspreise demgegenüber „nur“ um -1,39 Cent pro Kilogramm.

 

 

Kurz notiert

Gutachtenerstellung beauftragt

Das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) wurde von der MEG Milch Board w. V. mit der Erstellung des Gutachtens sowie der Berechnung des MMI beauftragt.

Weitere Wissenschaftler haben sich an dem Projekt beteiligt. Die zutreffende Systematik und Methodik der Kostenberechnungen ist von unabhängiger Expertenseite zustimmend kommentiert worden. 


Auf einen Klick

Ausführliche Informationen dazu auch im aktuellen Gutachten, welches Sie hier als PDF Dokument laden können.

Das Erstgutachten aus dem Jahr 2013 kann in der Göttinger Geschäftsstelle angefragt werden.

Karte Erzeugungskosten

 

 

Milch Marker Index MMI

Datum der Veröffentlichung: 15.04.2018

Diagramm

Quelle: Trendberechnung BAL auf Basis von Daten Destatis und INLB

Tabelle

* Quartalswerte vorläufig, alle Angaben ohne MwSt., ab 2014 aktualisierte Berechnungsbasis INLB 2014 u. 2015 (vorläufig), zuvor INLB 2013, 2012 bzw. 2010,Hochrechnung 2016 u. 2017 aktualisiert auf Basis INLB 2015

** alle Milchpreise bei 4 % Fett u. 3,4 % Eiweiß, Quellen: Preise für angelieferte Rohmilch und Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch. In: Statistisches Jahrbuchund Statistische Monatsberichte BMEL, verschiedene Jahrgänge, www.bmelv-statistik.de, Hrsg. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Preis-Kosten-Ratio (Unterdeckung)

Datum der Veröffentlichung: 15.04.2018

Quelle Grafiken und Tabellen:
Trendberechnung BAL auf Basis von Daten Destatis und INLB

 

 

MILCH & MARKT

Obwohl der Milchpreistrend seit Januar weiter rückläufig ist, will die Milchindustrie von einer neuen Krise am Milchmarkt noch nichts wissen. Fakt ist aber - und das belegt die von der MEG Milch Board veröffentlichte Preis-Kosten-Ratio ganz deutlich: Die Kostendeckung rückt für die Milcherzeuger von Monat zu Monat in immer weitere Ferne. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass der extrem kalte Februar zu einem leichten Rückgang der Milchmenge geführt hat. Blitzschnell zog parallel dazu der Fettmarkt an. Aktuell sorgt der warme April nicht nur für frisches Grün auf den Wiesen und Äckern, sondern auch für steigende Milchmengen. April, Mai, Juni und Juli sind starke Anlieferungsmonate. Und nach dem massiven Milchpreiseinbruch im ersten Quartal stellt sich die Frage, wie der Markt jetzt mit zusätzlichen Mengen zurechtkommt. Die Talsohle ist mit großer Wahrscheinlichkeit noch nicht erreicht, und über alledem schwebt immer noch ein riesiger Magermilchpulverberg der EU. 

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