Milch Marker Index Fakten

Der aktuelle MMI vom Januar 2017 liegt mit 105 Indexpunkten deutlich unter dem Jahresdurchschnitt von 108 im Jahr 2016. Im Vergleich zur letzten Berechnung des MMI sind die Milcherzeugungskosten um weitere 1,03 Cent pro Kilogramm auf 43,74 Cent pro Kilogramm gesunken. In diesen Zahlen zeigt sich das fortdauernde Bemühen der Milcherzeugungsbetriebe um Kostensenkungen angesichts eines Milchauszahlungspreises, der mit 33,76 Cent pro Kilogramm Milch immer noch rund 10 Cent von einer Kostendeckung entfernt ist. Der an die Erzeuger ausgezahlte Milchpreis wurde von den Molkereien seit Oktober 2016 bis zum Januar 2017 um immerhin 3,6 Cent pro Kilogramm Milch angehoben, womit sich die Unterdeckung auf 23 Prozent verringert hat.

Der Rückgang der Erzeugungskosten ist vor allem auf reduzierte Ausgaben für zugekauftes Futter und gestiegene Rindererlöse zurückzuführen. Kostensenkungen beim zugekauften Futter gab es in allen Bundesländern, die Rindererlöse verbesserten sich vor allem im Norden.

Durch die im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2016 größeren Anstiege der Milchauszahlungspreise in der Region Nord von 26,86 Cent pro Kilogramm auf 33,36 Cent und im Osten von 27,27 auf 33,85 Cent kehrte sich das im letzten Jahr beobachte Süd-Nord-Gefälle bei der Preis-Kosten-Schere nun wieder um: Während sich im Norden und Osten die Kostenunterdeckung von 35 auf 15 Prozent reduzierte, verharrt sie im Süden noch bei 30 Prozent. Im Süden war der Anstieg der Milchauszahlungspreise im selben Zeitraum von 29,52 Cent pro Kilogramm auf 34,21 Cent um fast zwei Cent geringer ausgefallen, so dass sich die Preis- Kosten-Schere weniger stark schließen konnte. Die Unterdeckung verringerte sich hier nur um 10 Prozent. 

Kurz notiert

Gutachtenerstellung beauftragt

Das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) wurde von der MEG Milch Board w. V. mit der Erstellung des Gutachtens sowie der Berechnung des MMI beauftragt.

Weitere Wissenschaftler haben sich an dem Projekt beteiligt. Die zutreffende Systematik und Methodik der Kostenberechnungen ist von unabhängiger Expertenseite zustimmend kommentiert worden. 


Auf einen Klick

Ausführliche Informationen dazu auch im aktuellen Gutachten, welches Sie hier als PDF Dokument laden können.

Das Erstgutachten aus dem Jahr 2013 kann in der Göttinger Geschäftsstelle angefragt werden.

Karte Erzeugungskosten

 

 

Milch Marker Index MMI

Datum der Veröffentlichung: 15.04.2017

Diagramm

Tabelle

* Quartalswerte vorläufig, alle Angaben ohne MwSt., ab 2013 aktualisierte Berechnungsbasis INLB 2013 (zuvor INLB 2012 bzw. 2010),

** alle Milchpreise bei 4 % Fett u. 3,4 % Eiweiß, Quellen: Preise für angelieferte Rohmilch und Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch. In: Statistisches Jahrbuch und Statistische Monatsberichte BMEL, verschiedene Jahrgänge, www.bmelv-statistik.de, Hrsg. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Preis-Kosten-Ratio (Unterdeckung)

Datum der Veröffentlichung: 15.04.2017

Quelle Grafiken und Tabellen:
Trendberechnung BAL auf Basis von Daten Destatis und INLB

 

 

MILCH & MARKT

Mit dem leicht gesunkenen Milch Marker Index und den etwas gestiegenen Milchauszahlungspreisen hat sich die Lage für die Milcherzeuger geringfügig entspannt. Gleichwohl haben wir es nach wie vor mit einer signifikanten Unterdeckung zu tun. Dazu erklärt Peter Guhl, der Vorstandsvorsitzende der MEG Milch Board: „Die tiefen finanziellen Löcher, die die Niedrigpreisphase im letzten Jahr auf den Höfen hinterlassen hat, sind noch lange nicht gestopft.“ Ob das berühmte Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist, wagt er zu bezweifeln. Den Grund könne man in der erneuten Intervention im Milchpulverbereich erkennen.

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