Milch Marker Index Fakten

Der Milch-Marker-Index ist nach aktuellem Berechnungsergebnis von Juli bis Oktober 2017 um ein Prozent auf einen Stand von 99 (2010 = 100) gestiegen. Im letzten Vierteljahr haben sich die Milcherzeugungskosten (ohne Umsatzsteuer) um 0,32 Cent auf 41,30 Cent pro Kilogramm erzeugter Milch erhöht. Beim Milchauszahlungspreis kam es zu einer erneuten deutlichen Anhebung um 3,16 Cent auf 40,35 Cent im Durchschnitt. Entsprechend verbesserte sich das Preis-Kosten-Verhältnis, und es wurde eine 98-prozentige Deckung der Milcherzeugungskosten erreicht. So nah an die Kostendeckung war die Preis-Kosten-Ratio seit der ersten Berechnung im Jahr 2014 noch nie gekommen.

Die Milcherzeugungskosten haben sich in allen drei Untersuchungsregionen Nord, Ost und Süd leicht erhöht. In Ostdeutschland gab es mit 0,85 Cent pro Kilogramm erzeugter Milch den stärksten Kostenanstieg. Die leicht gesunkenen Preise für Mischfuttermittel für Rinder motivierten die Milcherzeuger im Herbst 2017 teilweise zu höheren Ausgaben für zugekauftes Futter, aber auch die Energiekosten waren in allen Regionen leicht angestiegen.

Mit einem Plus von 3,8 Cent auf 40,78 Cent pro Kilogramm profitierten norddeutsche Milcherzeuger im letzten Vierteljahr am deutlichsten von einer verbesserten Vergütung der Erzeugermilch. In Ostdeutschland stiegen die Preise um weitere 2,58 Cent auf 40,48 Cent pro Kilogramm. Demgegenüber verharrten die Auszahlungspreise in Süddeutschland trotz eines weiteren Anstiegs um 2,8 Cent mit durchschnittlich 39,83 Cent pro Kilogramm immer noch unter der 40-Cent-Marke, und die Milcherzeugungskosten blieben zu 15 Prozent nicht gedeckt. In Nord- und Ostdeutschland lag die Preis-Kosten-Ratio erstmalig über 1 (bei 1,16 beziehungsweise 1,09). Deutlich geringere Milcherzeugungskosten auf der einen und eine höhere Milch-Vergütung auf der anderen Seite sorgten in diesen beiden Regionen zumindest erst einmal kurzfristig für mehr als eine volle Kostendeckung.

Kurz notiert

Gutachtenerstellung beauftragt

Das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) wurde von der MEG Milch Board w. V. mit der Erstellung des Gutachtens sowie der Berechnung des MMI beauftragt.

Weitere Wissenschaftler haben sich an dem Projekt beteiligt. Die zutreffende Systematik und Methodik der Kostenberechnungen ist von unabhängiger Expertenseite zustimmend kommentiert worden. 


Auf einen Klick

Ausführliche Informationen dazu auch im aktuellen Gutachten, welches Sie hier als PDF Dokument laden können.

Das Erstgutachten aus dem Jahr 2013 kann in der Göttinger Geschäftsstelle angefragt werden.

Karte Erzeugungskosten

 

 

Milch Marker Index MMI

Datum der Veröffentlichung: 15.01.2018

Diagramm

Quelle: Trendberechnung BAL auf Basis von Daten Destatis und INLB

Tabelle

* Quartalswerte vorläufig, alle Angaben ohne MwSt., ab 2014 aktualisierte Berechnungsbasis INLB 2014 u. 2015 (vorläufig), zuvor INLB 2013, 2012 bzw. 2010,Hochrechnung 2016 u. 2017 aktualisiert auf Basis INLB 2015

** alle Milchpreise bei 4 % Fett u. 3,4 % Eiweiß, Quellen: Preise für angelieferte Rohmilch und Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch. In: Statistisches Jahrbuchund Statistische Monatsberichte BMEL, verschiedene Jahrgänge, www.bmelv-statistik.de, Hrsg. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Preis-Kosten-Ratio (Unterdeckung)

Datum der Veröffentlichung: 15.01.2018

Quelle Grafiken und Tabellen:
Trendberechnung BAL auf Basis von Daten Destatis und INLB

 

 

MILCH & MARKT

Das Jahr 2017 endete für die deutschen Milcherzeuger damit erfreulich, während es in den ersten beiden Quartalen noch eine Unterdeckung von 20 Prozent gab. Blickt man auf die Krisenjahre 2016 und 2015 zurück, stimmen Ergebnisse von 0,68 und 0,72 alles andere als euphorisch. Für Peter Guhl, den Vorstandsvorsitzenden der MEG Milch Board, ist das knappe Erreichen der Kostendeckung im vierten Quartal kein Grund zu überschwänglicher Freude. „Kostendeckung ist eigentlich das Minimalziel eines Unternehmers. Richtig gute Jahre sind diejenigen, in denen man die Kosten deckt und darüber hinaus Geld auf die Seite bringt. Geld für neue Investitionen, für Risikovorsorge oder einfach nur für ein unbeschwertes Privatleben.“ 2017 sei, wenn man es in seiner Gesamtheit betrachtet, nicht so ein Jahr gewesen und das Traurige daran: 2018 wird es wohl auch nicht werden.

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