Milcherzeugungskosten

Die Milcherzeugungskosten für die Jahre 2009 bis 2015 wurden auf der Basis der repräsentativen Daten des InformationsNetzes Landwirtschaftlicher Buchführungen (INLB) der EU berechnet.

Aus methodischen Gründen wurden nur landwirtschaftliche Betriebe mit Spezialisierung auf Milchviehhaltung berücksichtigt.

Mit der Aktualisierung auf das INLB-Jahr 2015 wurde die Berechnung auf die Datenbasis für den Durchschnitt der Milchviehbetriebe in Deutschland umgestellt (30-348 Milchkühe).

In den von der EU im Juni 2017 bereitgestellten Daten stehen ab dem Jahr 2014 nur noch für die Region Süd repräsentative Daten für die kleineren Milchviehbetriebe der Betriebsgrößenklasse 4 (22-27 Milchkühe) zur Verfügung. Zudem konnten mittlerweile für zwei ostdeutsche Bundesländer (Brandenburg und Sachsen-Anhalt) keine Daten für mittelgroße Betriebe (36 bis 87 Milchkühe) erfasst werden. Die auf Basis der Buchführungsdaten für den Durchschnitt der Milchviehbetriebe ermittelten Ergebnisse werden zur Kontrolle mit den zur Verfügung stehenden Daten für die drei Betriebsgrößen abgeglichen.

Durchgeführt wurde eine rein betriebswirtschaftliche Erfolgsrechnung (das heißt ohne kalkulatorische Kosten für die Milchquote, eigenes Land und Kapital). Neben allen kostenwirksamen Bestandteilen der Milcherzeugung inklusive der Abschreibungen (das sind die pagatorischen Kosten) werden die Arbeitskosten der Selbstständigen über einen Einkommensansatz berücksichtigt Der Standard für den Wert der Arbeit der selbstständigen Milcherzeuger und der mitarbeitenden Familienangehörigen orientiert sich an tariflichen Vereinbarungen für angestellte Betriebsleiter und einfache Angestellte in der Landwirtschaft.

Die von der EU für das Jahr 2015 veröffentlichten Buchführungsdaten gelten noch als vorläufig. Die Erzeugungskosten für 2016 und die weiteren vierteljährlichen Hochrechnungen werden auf der Grundlage der vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten Preisindizes für die Landwirtschaft hochgerechnet (Indizes für Einkaufspreise landwirtschaftlicher Betriebsmittel und für die Erzeugungspreise für Rinder). Dabei wurde eine Abschätzung vorgenommen, wie die Betriebsleiter auf veränderte Betriebsmittelpreise bei ihrem Einkaufsverhalten beziehungsweise ihren Ausgaben reagiert haben.

Milcherzeugungspreise 

Die ausgewiesenen Milcherzeugungspreise für Deutschland sind den statistischen Monats- und Jahresberichten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) entnommen und beziehen sich auf standardisierte Werte von 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß.

Preis-Kosten-Ratio

Die Preis-Kosten-Ratio setzt die ermittelten Milcherzeugungskosten ins Verhältnis zu den amtlich erfassten Milcherzeugungspreisen. Die Ratio ist ein Maß für die Unter- (oder Über-)deckung. Im Vergleich zur „Milk-Feed-Price-Ratio“, die von der US-Administration verwendet wird, hat die Preis-Kosten-Ratio eine deutlich größere Aussagekraft, weil sie alle kostenwirksamen Bestandteile der Milchproduktion und den Einkommensansatz berücksichtigt und nicht nur die Futterkosten. An den Veränderungen im zeitlichen Ablauf kann abgelesen werden, ob die Unter- (oder Über)deckung zu- oder abgenommen hat.

Veröffentlichung des MMI

Der MMI wird vierteljährlich und jährlich aktualisiert. Sofern Vierteljahresergebnisse zu den Milcherzeugungspreisen veröffentlicht werden, sind diese vorläufig und sollen mögliche saisonale Schwankungen bei den Erzeugungskosten widerspiegeln.

Da heute entstehende Kosten und Preise für landwirtschaftliche Betriebsmittel erst erfasst und analysiert werden müssen, können sie entsprechend erst mit einer zeitlichen Verzögerung von den verantwortlichen statistischen Ämtern veröffentlicht werden. Daraus ergibt sich bis zur Veröffentlichung des MMI notwendigerweise eine zeitliche Verzögerung von rund drei Monaten.

Termine der Veröffentlichung:

15. Januar
15. April
15. Juli
15. Oktober